{"id":742,"date":"2015-04-18T23:56:30","date_gmt":"2015-04-18T21:56:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/?page_id=742"},"modified":"2016-03-24T14:15:04","modified_gmt":"2016-03-24T12:15:04","slug":"auf-der-walz-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/?page_id=742","title":{"rendered":"Auf der Walz"},"content":{"rendered":"<p>Mit der &#8220;Walz&#8221; oder der &#8220;Tippelei&#8221; bezeichnet man die Wanderschaft eines Handwerksgesellen nach Abschluss seiner Gesellenpr\u00fcfung. Seit dem 12. Jahrhundert ziehen Handwerker durchs Land, um zu arbeiten, andere Regionen, Kulturen, aber vor allem neue Fertigkeiten in ihrem Fach kennenzulernen. Vom Sp\u00e4tmittelalter bis Mitte des 18. Jahrhunderts war die Walz Voraussetzung f\u00fcr den Gesellen, um seine Meisterpr\u00fcfung ablegen zu d\u00fcrfen. Gesellen wandern heute in Gesellenvereinigungen (auch Sch\u00e4chte genannt) oder als Freireisende. Nach einer Reisezeit von, je nach Schacht, zwei bzw. drei Jahren und einem Tag kann man sich einheimisch melden. Diese Einheimischmeldung wird oftmals gro\u00df gefeiert, wobei viele Gesellen auch weite Anreisen in Kauf nehmen, um dabei zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/?attachment_id=831\" rel=\"attachment wp-att-831\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-831\" src=\"http:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bad-Kissingen-2014.jpg\" alt=\"Bad Kissingen 2014\" width=\"600\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bad-Kissingen-2014.jpg 600w, https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bad-Kissingen-2014-300x127.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Wanderschaft noch heute?<\/h2>\n<p>Ja, sie gibt\u2019s noch. Abenteuerlust in Verbindung mit Neugier auf andere Regionen, Traditionsbewustsein, sowie die Lust seine frisch gelernten Fertigkeiten in seinem Handwerk zu erweitern, treiben heute noch junge Handwerker in die Ferne.<\/p>\n<h3>Wo kann ich mich melden wenn ich evtl. auf Wanderschaft gehen m\u00f6chte?<\/h3>\n<p>Dachverband der Wandergesellen: <a href=\"http:\/\/www.cceg.eu\" target=\"_blank\">http:\/\/www.cceg.eu<\/a><\/p>\n<h2>Rituale und Regeln<\/h2>\n<p>Wer auf die Walz geht, muss sich an die Handwerksbr\u00e4uche halten. Die Gebr\u00e4uche unterscheiden sich leicht, je nach Vereinigung &#8211; haben aber denselben Ursprung. Der Bannkreis zum Heimatort darf w\u00e4hrend der Wanderschaft nicht betreten werden.<a href=\"http:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/?attachment_id=833\" rel=\"attachment wp-att-833\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-833 size-medium\" src=\"http:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/DSCI3269-225x300.jpg\" alt=\"DSCI3269\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/DSCI3269-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/DSCI3269-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/DSCI3269.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden treffen sich einheimische Schachtmitglieder der Umgebung mit den Fremden, die sich momentan dort aufhalten und in Arbeit stehen, um &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; in geselliger Runde Erfahrungen und Ideen auszutauschen.<br \/>\nEinen wandernden Gesellen erkennt man vor allem an seiner traditionellen Kluft; seine Schachtzugeh\u00f6rigkeit an der sogenannten &#8220;Ehrbarkeit&#8221;. *Die Handwerkerehre steht f\u00fcr Qualit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit, Vertrauen sowie f\u00fcr Werte wie Flei\u00df, Best\u00e4ndigkeitund Treue innerhalb der Aus\u00fcbung eines Handwerks.<\/p>\n<h2>Die Kluft<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/?attachment_id=832\" rel=\"attachment wp-att-832\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-832 size-large\" src=\"http:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bild-421-1024x576.jpg\" alt=\"Bild 421\" width=\"600\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bild-421-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bild-421-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bild-421-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bild-421.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>Jedes Gewerk hat seine spezielle Kluft.<\/p>\n<ul>\n<li>Der Hut kann ein Schlapphut, ein Zylinder oder ein Koks (Melone) sein und kennzeichnet seinen Tr\u00e4ger als &#8220;freien Mann&#8221;.<\/li>\n<li>Das wei\u00dfe Hemd wird Staude genannt<\/li>\n<li>\u00a0\u00dcber dem Hemd tr\u00e4gt man eine Weste und ein Jackett<\/li>\n<li>Die Ehrbarkeit ist das Erkennungsmerkmal des jeweiligen Schachtes, die von keinem anderen ber\u00fchrt werden darf, als vom Tr\u00e4ger selbst. Die meisten Sch\u00e4chte haben eine Ehrbarkeit in krawatten\u00e4hnlicher Form, die durch ihre Farbe die Zugeh\u00f6rigkeit einer bestimmten Gesellschaft darstellt. Ein Schacht tr\u00e4gt stattdessen eine goldene Handwerksnadel im eingeschlagenen Hemdkragen als Ehrbarkeit<\/li>\n<li>Die Hose hat meistens einen ausgepr\u00e4gten Schlag am Hosenbein<\/li>\n<li>An den F\u00fc\u00dfen tr\u00e4gt man schwarze Schuhe oder Stiefel<\/li>\n<li>Wichtigster Begleiter des Gesellen ist der Charlottenburger, ein circa 80 mal 80 Zentimeter gro\u00dfes Tuch, in dem er Wechselw\u00e4sche, Zahnb\u00fcrste und Werkzeug tr\u00e4gt. Der\u201c Charli\u201c wird als l\u00e4ngliche Rolle gebunden.<\/li>\n<li>Weitere Utensilien sind der Stenz, eine Art gewundener Wanderstab, und das Wanderbuch.<\/li>\n<li>Die Metallgewerke tragen als traditionelle Kluft Zunftkleidung in schwarz, blau oder den sogenannten Hamburger Streifen. Dies sind schwarze bzw. dunkelblaue senkrechte Streifen auf blauen Untergrund (Cord \u00e4hnliche Optik)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der &#8220;Walz&#8221; oder der &#8220;Tippelei&#8221; bezeichnet man die Wanderschaft eines Handwerksgesellen nach Abschluss seiner Gesellenpr\u00fcfung. Seit dem 12. Jahrhundert ziehen Handwerker durchs Land, um zu arbeiten, andere Regionen, Kulturen, <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.schmiedeinnung-chemnitz.de\/?page_id=742\">Mehr lesen? 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